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Das Nachdenken über Psychoanalyse und Film ist - ungeachtet Freuds persönlicher Distanz zum Kino und des Desinteresses der meisten Psychoanalytiker - zur Zeit ein wichtiges Vorhaben, überspannt doch ihre jeweilige Geschichte ein Jahrhundert vielschichtiger und komplexer Wechselwirkungen. Eine Verbindung von Film und Psychoanalyse kann dazu beitragen, daß sich beide gegenüber Fragestellungen, die bislang so noch nicht im Blick waren, öffnen. Zum Beispiel wäre es notwendig, nicht nur zu erörtern, wie die Psychoanalyse und Psychoanalytiker im Kino repräsentiert werden, sondern auch wie innerhalb der analytischen Sitzungen ein Rückgriff auf Film stattfindet: wie die Assoziationen und Erinnerungen und die Sprache des Analysanden von den Bildern und Tönen, wie sie das Kino bereitstellt, geprägt sind und abhängen.
1997 entschlossen sich die Herausgeber des International Journal of Psychoanalysis, neben den üblichen Buchrezensionen auch Filmkritiken aufzunehmen. Diese Entscheidung repräsentierte die Auffassung der Herausgeber, daß der Film als kulturelle künstlerische Leistung ab sofort genauso ernst genommen werden müßte wie die Literatur, die Musik und das Theater. Der von Glen O. Gabbard herausgegebene Band Psychoanalysis & Film enthält eine Sammlung der psychoanalytischen Filmkritiken der ersten vier Jahre dieser Filmkritik-Rubrik. Auf den ersten Blick verbindet die einzelnen Beiträge führender internationaler Psychoanalytiker ein methodischer Rahmen: die Frage, wie klinische psychoanalytische Theorie das beleuchten kann, was sich auf der Leinwand abbildet, und die Art und Weise, wie das Publikum dies erlebt. Was soll eine Filmanalyse leisten, und was kann die Psychoanalyse letztlich dazu beitragen?
Eine stark verbreitete Auffassung vom Kino ist, daß ihm kulturelle Mythologien zugrunde liegen, die als Antworten auf menschliche Nöte, auf die unbewußten Wünsche und Ängste des Massenpublikums interpretiert werden können. So ist etwa die Faszination an Horror- und Science-fic