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Aus dem „Buch vom Es. Psychoanalytische Briefe an eine Freundin“.
Liebe Freundin, Sie wünschen, daß ich Ihnen schreibe, nichts Persönliches, keinen Klatsch, keine Redensarten, sondern ernst, belehrend, womöglich wissenschaftlich. Das ist schlimm.
Was habe ich Armer mit Wissenschaft zu tun? Das Bißchen, was man als praktischer Arzt nötig hat, kann ich Ihnen doch nicht vorführen, sonst sehen Sie, wie löchrig das Hemd ist, das Unsereiner unter dem Staatsgewande der Approbation als Arzt trägt. Aber vielleicht ist Ihnen mit der Erzählung gedient, warum ich Arzt wurde und wie ich zu der Abneigung gegen das Wissen gekommen bin.
Ich besinne mich nicht, daß ich als Knabe besondere Neigung für das Arztsein gehabt hätte, vor allem weiß ich bestimmt, daß ich nie, auch später nicht, mit diesem Beruf menschenfreundliche Gefühle verbunden hätte; und wenn ich mich, was wohl geschehen ist, mit solchen edlen Worten zierte, so verzeihe mir ein mildes Gericht mein Lügen. Arzt