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In der Broschüre „Psychoanalyse und Psychiatrie“ sind zwei Arbeiten des holländischen Psychiaters vereinigt worden. Die erste („Der Forscher und sein Gerät“) unterzieht die Persönlichkeit des Psychiaters, beziehungsweise des Psychoanalytikers selbst einer psychologischen Betrachtung und gelangt zu praktisch wichtigen Konsequenzen: im Gegensatz zum Psychiater alten Stils, der ein Diener der Zensur, ein Instrument der Gesellschaft gegen die Ausgeschlossenen ist, wird der Psychoanalytiker nicht nur das Individuum lehren, seine libidinösen Äußerungen auf das sozial Erlaubte zu beschränken, sondern auch die Gesellschaft mit der Libido, mit dem Tode, kurz mit dem Unbewußten versöhnen. — Die zweite Studie ist den Beziehungen zwischen Neurosen und Psychosen gewidmet und ist nach des Verfassers Vortrag auf dem Internationalen Psychoanalytischen Kongreß im Haag niedergeschrieben worden. Dieser Studie — der übrigens der erste Preis für ärztliche Psychoanalyse durch Prof. Freud zugesprochen wurde — ist das hier folgende Bruchstück entnommen.
Im Grimmschen Märchen von der weißen Schlange kostet der Diener ein Stückchen aus der geheimen Schüssel des Königs, welche eine weiße Schlange enthält, und kann dann plötzlich die Sprache der Vögel verstehen.
Mit diesem Gleichnis ist die Umwälzung zu charakterisieren, die Freuds Lehre in das Leben des Psychiaters brachte, der sich erkühnte, von dieser verbotenen Schüssel zu kosten. Die Gebärdensprache der Kranken, ihre phantastischen Wahnideen und ihr verwirrter Unsinn bekamen einen Sinn, und damit ward der lebendige Kranke wieder Mensch unter Menschen, und nicht mehr, wie zuvor, und wie jetzt noch bei einer Anzahl von wissenschaftlichen Anstaltsärzten, ein ziemlich wertloser Anhang zu seinem Gehirn, dessen Verscheiden mit kaum verdrängter Ungeduld abgewartet wurde, und der erst nachher, im Laboratorium lege artis zerstückelt, zum Objekt eines ästhetischen Totenkultes ward.
Das heißt: es ward durch Freud eine brauchbare Gegenübertragung ermögl