You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Das „Tagebuch eines halbwüchsigen Mädchens“, herausgegeben und eingeleitet von Dr. Hermine Hug-Hellmuth (†) erschien als I. Band der „Quellenschriften zur seelischen Entwicklung“ im Internationalen Psychoanalytischen Verlag.
12. August:… Gestern haben wir uns gekugelt vor Lachen, was er (Robert) uns erzählt hat, wie sich die Buben über ihre Professoren lustig machen. Das mit den Zigarettenstumpferln war zum Totlachen. Und sie haben einen Verein, der heißt T. Au. M., d. h. nämlich auf Lateinisch Schweig oder stirb, in den Anfangsbuchstaben. Keiner darf etwas verraten und wenn einer neu aufgenommen wird, muß er sich ganz ausziehen und er muß sich so hinlegen und jeder spuckt ihm auf die Brust und verreibt es und sagt: So sei der Unsere, aber alles auf Lateinisch. Und dann muß er zum Ältesten und Größten gehen und bekommt von ihm mit einer Rute ein paar auf den P … und muß schwören, daß er nie einen verrät. Und dann raucht jeder eine Zigarre an und tupft ihn mit dem brennenden Ende auf den Arm oder sonst wohin und sagt: Jeder Verrat soll dich so brennen. Und dann ritzt ihm der Älteste, der eine besonderen Namen hat, den ich mir aber nicht gemerkt habe, das Wort Taum, d. h. eben Schweig oder stirb, ein und ein Herz mit dem Namen von einem Mädchen. Der Robert sagt, wenn er mich früher kennen gelernt hätte, so hätte er Gretchen gewählt.