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Das neueste Buch von Rank („Eine Neurosenanalyse in Träumen“, Neue Arbeiten zur ärztlichen Psychoanalyse, herausgegeben von Prof. Dr. Sigm. Freud, Nr. III), dem das unten folgende Fragment entnommen ist, stellt die ausführlichste psychoanalytische Krankengeschichte dar, die jemals veröffentlicht worden ist. Die Patientin — ein junges Mädchen — suchte die Analyse wegen einer Arbeitshemmung auf, die im Anschluß an ein unglücklich ausgegangenes Liebesverhältnis und zur Zeit der Verheiratung ihrer jüngeren Schwester aufgetreten war, und ihr Berufs- wie Liebesleben schwer beeinträchtigte. Die Analyse, die in sechs Monaten beendet wurde, ergab als Grundlage des unlösbaren aktuellen Konfliktes eine voll ausgebildete Neurose, und zwar vom Zwangstypus. Das üppige Traumleben der Patientin gestattete, den Fortgang ihrer Analyse und die Lösung ihrer Neurose an ihren fast täglichen Träumen schrittweise zu verfolgen. Auf diese Weise ist ein überaus instruktives Material zusammengebracht worden, das nicht nur gestattet, die Aufeinanderfolge der analytischen Situationen sowohl nach ihrer unbewußten Bedeutung wie nach der bewußten Seite hin in den Traumbildern und den dazugehörigen Assoziationen und Deutungen gleichwie in einem Tafelwerk ad oculos zu demonstrieren, sondern gleichzeitig auch die Krankheits- und Heilungsgeschichte eines Falles von Zwangsneurose im Sinne der Psychoanalyse vorzuführen. Man kann diesen geradezu protokollartigen Bericht über den Verlauf der Analyse schlechthin als Darstellung der Entwicklung eines Menschen unter Berücksichtigung des unbewußten Seelenanteiles lesen und verstehen. Von prinzipieller Wichtigkeit in dieser Neurosenanalyse ist auch die Bedeutung unbewußter Leitmotive für das Schicksal der Menschen, für ihre Leistungs- und Liebesfähigkeit.
Unter dem Druck der aktuellen Libidoversagung (in der analytischen Übertragung) fluten die Erinnerungen der Patientin in die gleichen infantilen Vers