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Aus „Entwurf zu einer Psychiatrie auf psychoanalytischer Grundlage“, erschienen 1925 als Bd. XVII der „Internationalen Psychoanalyt. Bibliothek“.
Aufsplitterungen des Ichs in seine verschiedenen Bestandteile ereignen sich im Alltagsleben häufig. Fast ist es so, als sei das Ich in einem fortwährenden Zerfall und Wiederaufbau begriffen. Auch in der Selbstbeobachtung wird das Ich in verschiedene Teile zerfällt. Ein beobachtendes Ich steht einem beobachteten gegenüber. Was kann solche Haltung bedingen? Wenn wir von Selbstbeobachtung sprechen, kann zweierlei damit gemeint sein: 1. Die Beobachtung des eigenen Körpers und 2. die Beobachtung des eigenen Seelenlebens. Wenn wir von Selbstbeobachtung des Körpers sprechen, meinen wir damit im allgemeinen, daß wir die Empfindungen beachten, welche vom Körper ausgehen. Man wird jedoch ein gewisses inneres Widerstreben verspüren, von Selbstbeobachtung zu sprechen, wenn etwa die große Zehe einer mehr oder minder eindringlichen Inspektion unterzogen wird. Selbstbeobachtung heißt also: seine Empfindungen belauschen. Man sieht aber sofort, daß Selbstbeobachtung ein Wahrnehmungsvorgang mit veränderter Richtung ist. Es ist eine gegen innen gerichtete Wahrnehmung. Es ist wohl keine eingehende Begründung notwendig, daß Selbstbeobachtung nicht der natürliche und zweckmäßige Vorgang ist. Vielmehr erfolgt Selbstbeobachtung (wir sprechen zunächst von der Selbstbeobachtung des Körpers) dann, wenn irgendwo am Körper eine Störung eingetreten ist. So zieht etwa das schmerzende Organ Selbstbeobachtung auf sich. Es ist auch ohne weiteres im Erleben gegeben, daß das so beobachtete Organ gleichsam aus dem Bereich des eigenen Erlebens hinaustritt in das Bereich der Wahrnehmung. Der beachtete Körper wirkt gegenständlicher, und es ist nur eine verdeutlichende Darstellung dieses Vorganges,