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Von den Äußerungen zum. 70. Geburtstage Sigmund Freuds geben wir drei hier wieder, den Artikel von Prof. Dr. Ernst Bleuler (veröffentlicht in der „Neuen Zürcher Zeitung“ vom 6. Mai 1926), den von Stefan Zweig (in der „Neuen Freien Presse“, Wien, vom selben Tage) und die Rede von Alfred Döblin in der am gleichen Tage stattgefundenen Feier der „Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft“ zu Berlin.
„Nach innen geht der geheimnisvolle Weg.“ Ein Jahrhundert ist's, seitdem die Romantiker zum erstenmal mit diesen Worten verkündeten, was alle großen Dichter von je erfühlt haben. Etwa ein Menschenalter später, am 6. Mai 1856, kam der Mann zur Welt, der nicht als Dichter, sondern als Wissenschaftler, aber doch mit Intuition und künstlerischer Gestaltungskraft begabt, jenen Weg nicht bloß ahnend streifte, sondern ihn stet und zäh, spähenden Blickes verfolgte und endlich erschloß. Und zwar war er dazu auch mit wissenschaftlichen Hilfsmitteln ausgerüstet, die er sich, was vielleicht zu wenig betont wird, zuerst in ernsten Forschungen langer Jahre erarbeitet hatte. So tief war der mittellose junge Mann in physiologische und anatomische Studien versunken, daß sein Lehrer Brücke, wohl ungern genug, ihn erst zu der Erkenntnis wecken mußte, daß dieser Weg ihn zwar zu Einsichten, aber kaum je zu Aussichten auf Broterwerb führen dürfte. Da verzichtete Freud darauf, die Opfer, die sein Vater dem begabten Sohne bis dahin großherzig gewährt hatte, noch weiter anzunehmen.
Der Name Sigmund Freud fiel mir zum erstenmal auf im Jahre 1891, als er eine Broschüre „Zur Auffassung der Aphasien“ (d. h. der durch Herderkrankungen im Gehirn verursachten Sprachstörungen) herausgab. Die Aphasielehre war damals in einem Schema verknöchert, das den neuern Beobachtungen nicht entsprach. Die eigenartige Auffassung des Autors schien mir ein genialer Wurf, und ich fand mich