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Aus dem Abraham-Gedenkheft (Bd. XII, Heft 2) der „Internationalen Zeitschrift für Psychoanalyse“, das außer einer nachgelassenen Arbeit von Abraham („Psychoanalytische Bemerkungen zu Coués Verfahren der Selbstbemeisterung“) eine ausführliche Biographie und wissenschaftliche Würdigung Abrahams aus der Feder von Ernest Jones (London) enthält und auch die in den Trauerfeiern in Berlins Wien und Moskau gehaltenen Reden wiedergibt.
Es sind kaum einige Tage, seit uns die Nachricht vom Tode Karl Abrahams erreichte, und es erscheint verfrüht, eine eingehende Würdigung seiner einzelnen wissenschaftlichen Arbeiten und seines Wirkens geben zu wollen. Wir begnügen uns vielmehr damit, den Weg unseres Freundes in großen Zügen zu verfolgen, und müssen es einer späteren Zeit vorbehalten, auf die Bedeutung seiner einzelnen Leistungen einzugehen.
Abraham hatte als Assistent Bleulers bereits wissenschaftliche Beiträge zur klinischen Deskription der Geistes- und Gehirnkrankheiten veröffentlicht, als er mit den Freudschen Lehren bekannt wurde. Damals, 1904, waren erst einige der grundlegenden Werke Freuds erschienen. Es galt, größtenteils durch eigene Forschung, vieles, was im Dunkel geblieben war, aufzuhellen, sich befremdende Widersprüche zu erklären, Verbindungen zwischen einzelnen Tatsachengruppen herzustellen, ein großes Stück des abnormen Seelenlebens unter den Gesichtspunkten der Psychoanalyse verständlich zu machen. Das lebendige Interesse, die Arbeitslust und der Forschungsdrang des siebenundzwanzigjährigen Arztes wandten sich der neuen Wissenschaft zu. Die noch wenig untersuchte Psychologie geistiger Störungen zog ihn am stärksten an; mit ihr beschäftigten sich seine ersten analytischen Arbeiten. Nachdem er die Anstaltstätigkeit mit der freien psychotherapeutischen Praxis vertauscht hatte, erweiterte sich der Umkreis seiner Aufgaben und mit ihm der der Probleme, die seine wissenschaftliche Neugierde erregten. Schon die ersten Beiträge,