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Aus der Monographie: „Das Unbewußte“ von Israel Levine (Internationale Psychoanalytische Bibliothek, Nr. XX), autorisierte Übersetzung aus dem Englischen von Anna Freud (Geheftet M. 8.—, Ganzleinen M. 10. —). Levines Werk behandelt im ersten Teil die Geschichte des Begriffs des Unbewußten vor Freud (besonders bei Leibniz, Schopenhauer, Maine de Biran, Hartmann, Fechner, Nietzsche, Samuel Butler), im zweiten Teil wird Freuds Lehre dargestellt, der dritte setzt sich eingehend mit den Einwänden gegen die Lehre vom Unbewußten auseinander, im vierten Teil wird in fünfzehn Paragraphen die Theorie des Unbewußten dargelegt, der letzte vereinigt unter dem Titel „Die Bedeutung des Unbewußten“ eine Reihe von Einzelerörterungen über „Charakter und Unbewußtes“, „Verdrängung und Spaltung der Persönlichkeit“, „Kunst und Unbewußtes“, „Die Vernunft und das Realitätsprinzip“, „Psychoanalyse und Ethik“ usw. Dem letztgenannten Kapitel sind die folgenden Abschnitte entnommen.
Der Hedonismus in der Moral bedeutet zweierlei: 1) daß nach den Gesetzen der menschlichen Natur alle Handlungen Ausdruck eines Luststrebens sind; 2) daß die Herstellung von Lust und die Vermeidung von Unlust die einzig erstrebenswerten Ziele sind. Nach der oben ausgeführten Auffassung der Relation zwischen Ethik und Psychologie kann eine Anwendung der Psychoanalyse nur auf die erste der beiden Bedeutungen in Frage kommen.
Die Ansicht Freuds ist, wie erinnerlich, daß der seelische Apparat vor allem auf Lusterwerb und Unlustvermeidung hinarbeitet. Der Apparat zeigt die Tendenz, sich vom „Lustprinzip“ beherrschen zu lassen. Auch das „Realitätsprinzip“ will im Grunde „Lust erzielen, aber durch die Rücksicht auf die Realität gesicherte … Lust“. (Vorlesungen, Ges. Schriften, Bd. VII, S. 370.)
Es ist also klar, daß Freud in seiner Beschreibung des Prinzips, von welchem die menschliche, oder besser gesagt die seelische, Tätigkeit beherrscht wird, die psychologischen Grundlagen des