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Die folgenden Ausführungen bilden den Abschluß der Studie „Der Begriff des Staates und die Sozialpsychologie“, veröffentlicht in „Imago, Zeitschrift für Anwendung der Psychoanalyse auf die Natur- und Geisteswissenschaften“, Bd. VIII.
Von den Ergebnissen der auf die psychischen Grundlagen der sozialen, wie der religiösen Ideologie gerichteten Forschung Freuds möchte ich hier noch das Folgende festhalten: Bei seinem Versuche, die Anfänge der Gesellschafts- und Religionsbildung aufzuhellen, knüpft Freud an die Untersuchungen des englischen Forschers Robertson Smith (The religion of the Semits, Second Edition, London 1907) an. Dieser nimmt an, daß eine eigentümliche Zeremonie, die sogenannte Totem-Mahlzeit, das Töten und gemeinsame Verzehren eines Tieres von besonderer Bedeutung, des Totem-Tieres, von allem Anfang an einen integrierenden Bestandteil des totemistischen Systems gebildet habe. Später, als „Opfer“ eine Darbringung an die dadurch zu versöhnende Gottheit, bedeutet es ursprünglich einen „Akt der Geselligkeit, eine Kommunion der Gläubigen mit ihrem Gott“ („an act of social fellowship between the deity and his worshippers“). Durch das Essen eines und desselben Opfertieres wird die Stammesgemeinschaft, die soziale Einheit — nach der Vorstellung der Primitiven — hergestellt. Wer mitißt, der gilt als zugehörig. „Warum wird aber dem gemeinsamen Essen und Trinken diese bindende Kraft zugeschrieben? In den primitivsten Gesellschaften gibt es nur ein Band, welches unbedingt und ausnahmslos einigt, das der Stammesgemeinschaft (kinship). Die Mitglieder dieser Gemeinschaft treten solidarisch füreinander ein, ein Kin ist eine Gruppe von Personen, deren Leben solcherart zu einer physischen Einheit verbunden sind, daß man sie wie