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Im September 1926 erscheint als Band IX der „Imago-Bücher“: „Las solle — der Führer“ von Dr. Erwin Kohn, In dieser psychoanalytischen Studie wird das biographische Material, das Lassalle in seltener Fülle und Reichhaltigkeit bietet, zur Herausarbeitung einer seiner Wesensseiten, der stärksten und hervorragendsten, verwendet. An diesem, in vieler Beziehung typischen und klaren Beispiel wird die psychologische Struktur und die Wirkungsweise der führerischen Persönlichkeit aufgewiesen. Das Führerproblem ist heute zur aktuellsten Frage der verschiedensten Gesellschaftsgruppen geworden und die Freudschen Forschungsergebnisse haben den Verfasser in den Stand gesetzt, Wesentliches zur Aufhellung dieser Probleme beizutragen, sowohl zur Durchleuchtung der Beziehung „Führer-Gruppe“, als auch zur Aufdeckung der psychologischen Struktur der führerischen Persönlichkeit selbst. Die objektlibidinösen Beziehungen des Führers und sein Narzißmus werden untersucht, Organisierung und Bewegung der Masse psychologisch gedeutet. Die Dynamik des Führerschicksals wird aus der Darstellung des Einzelfalles verständlich gemacht. Für die „Werbung um Gefolgschaft“ bietet die frühe Jugend Lassalles bereits Selbstzeugnisse. Die Beziehungen zu Rodbertus, Ludwig Büchner, Herwegh, Reine und Bismarck, vor allem die vom Verfasser plastisch (besonders aus dem Gegensatz Führer—Wissenschafter) herausgearbeitete Beziehung zu Marx, sind außerordentlich aufschlußreich. Der Einstellung des „Volkstribuns“ zu den Massen, insbesondere als Redner, wird besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Wir drucken hier ein Kapitel ab, das die Liebesobjektwahl Lassalles entwickelt (mit einigen Kürzungen insbesondere unter Weglassung der Anmerkungen).
Unsere Aufgabe, die Eigenart der Beziehung Führer — Gefolgschaft an der Person Lassalles zu exemplifizieren, scheint, soweit es sich um äußere Beschreibung handelt, mit der Wiedergabe und Deutung dieser Dokumente (der Briefe und Äußerungen an Männer) erschöpft. Das psychologische Inte