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Thomas war, sobald er annehmen konnte, daß Agathe den Bahnhof geräumt hätte, dorthin geeilt und hatte sich, vereint mit dem seiner harrenden Keller-Caprese, in dem Zug nach Berlin niedergelassen. Er freute sich wie ein Schulknabe, seinen beiden Aufpassern entronnen zu sein, und um dieser Freude Ausdruck zu geben, setzte er sich dem Reisegefährten auf den Schoß, was ihm eine Mahnung, sich anständig zu betragen, von seiten des streng königlich preußisch gerichteten Schaffners eintrug. Er wollte sich gerade mit der Behauptung zur Wehr setzen, daß er lediglich Mutter und Kind mit seinem Freunde spiele, was bei dem riesigen Knebelbart Keller-Capreses, seinen haarigen Händen und der dicken Zigarre zwischen seinen Zähnen schwer zu glauben war, als vom Gang her eine Dame in das Coupé hineinäugte und mit den Worten:
„Nein, wie ich mich freue, lieber Meister, Sie hier zu treffen“, beide Hände zum Gruß vorgestreckt, auf Keller-Caprese zueilte.
Thomas sprang sofort auf, und während der Maler mit gut gespieltem Erstaunen der Dame die Hand küßte und ihr dabei zuflüsterte: „Ich fürchtete schon, Ihr würdet nicht kommen“ — half Weltlein einem jungen Ding in etwas kurzen Kleidern mit einem kindlich rundbackigen Engelsgesicht, das Handgepäck im Netz unterzubringen.
„Es ist reizend, Sie und Ihr Fräulein Tochter nach so langer Zeit zu sehen, Frau von Lengsdorf. Hoffentlich führt uns der gleiche Weg nach Berlin.“
„Gewiß, gewiß.“ Die Dame lächelte den Schaffner, als sie ihm das Billett zur Kontrolle zeigte, ebenso bezaubernd an wie den Künstler. „Ich will der Kleinen ein wenig die Hauptstadt zeigen und sie in die Gesellschaft einführen. Die Fürstin Pleß bat schon lange darum, ihr das Kind einmal mitzubringen, und Prinz Victor hat uns Karten zum Subskriptionsball besorgt. Da soll sie dann Majestät vorgestellt werden. Nicht wahr, Helene?“