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Aus „Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse“, XIII , Heft 4.
Ich habe mich seit einiger Zeit mit wachsender Verwunderung gefragt, warum denn eigentlich Eheprobleme noch keine grundsätzliche analytische Darstellung gefunden haben,1 obgleich sicher jeder einzelne Analytiker eine Menge darüber zu sagen wüßte, und obgleich es sowohl von der Seite der Praxis als von der der Theorie dazu drängt, sie endlich in Angriff zu nehmen. Von seiten der Praxis, weil wir tagtäglich
mit Ehekonflikten zu tun haben — von der Theorie her, weil es kaum eine Situation im Leben gibt, die eine so nahe und so offensichtliche Verwandtschaft mit der Ödipussituation hat wie die Ehe.
Vielleicht — habe ich mir gedacht — liegen die Zusammenhänge, die sich hier darbieten, zu nahe, als daß sie wissenschaftlicher Neugier und wissenschaftlichem Ehrgeiz ein verlockendes Ziel bieten könnten. Es könnte aber auch so sein, daß es nicht die Probleme, sondern die Konflikte sind, die zu nahe liegen, zu nahe an wichtigen Verankerungen von unser aller persönlichstem Erleben. Eine weitere Schwierigkeit liegt darin, daß die Ehe ja eine soziale Institution ist und daß ihre Problematik vom Psychologischen her überhaupt nur beschränkt zugänglich ist. Indessen zwingt schon die praktische Bedeutsamkeit der Eheprobleme,