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Dem im Frühjahr 1927 erschienenen Werke von Eckart von Sydow „Primitive Kunst und Psychoanalyse. Eine Studie über die sexuelle Grundlage der bildenden Künste der Naturvölker“ (Imago-Bücher Nr. X, Geh. M. 8.—, Ganzleinen M. 10.—) entnehmen wir die drei folgenden Abschnitte.
Die bisherigen Erörterungen haben ergeben, daß die im Grundgefühl der Höhle wurzelnde Haltung der primitiven Bauweise unter den verschiedensten Klimaten, wirtschaftlichen Verhältnissen und Kunststilen in grundsätzlicher Gleichartigkeit sich erhält. Es erhebt sich nun die Frage nach dem inneren Grunde dieser merkwürdigen Beharrlichkeit. Dieser Grund muß sehr stark und in einer tiefen Schicht der naturvölkischen Mentalität verankert sein. Läge er nahe dem Bewußtsein, vielleicht sogar in der Sphäre des Bewußtseins, so hätte er jenen vielfachen Eindrücken der Außenwelt gegenüber nicht standhalten können.
Im Sinne neuerer Historik möchte man an den geschichtlichen Ausgangspunkt denken und meinen, daß eben der Ursprung in der Felshöhle auf das nachhaltigste die weitere Entwicklung beeinflußt habe. Das ist gewiß richtig. Aber diese Begründung reicht keineswegs aus. Sie übersähe die Neben- und Zwischenstufe der höhlenartigen Bauten: den Wetterschirm. Sie erklärt auch keineswegs die Übergewalt des Höhlengefühls, selbst unter der Voraussetzung, daß die Höhle die ursprünglichste und einzige Wohnung des Urmenschen gewesen wäre. Denn der historische Ausgangspunkt bedeutet als solcher durchaus keine innere Zwangsläufigkeit der Entwicklung innerhalb bestimmter Grenzen. Gerade die Baukunst legt dafür ein lautsprechendes Zeugnis ab, da spätere