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„Drum, willst du dich vor Leid bewahren, — So flehe zu den Unsichtbaren, — Daß sie zum Glück den Schmerz verleihn“ — ist das Motto des 1927 erschienenen Alexanderschen Werkes „Psychoanalyse der Gesamtpersönlichkeit“ (Internationale Psychoanalytische Bibliothek, Nr. XXII; geheftet 9 M, Ganzleinen 11 M). Sigmund Freuds Ichtheorie, in den letzten Jahren aufgerichtet, als kühner Oberbau über das Fundament psychoanalytischer Tiefenforschung, wird von Alexander auf das ganze Gebiet der Neurosenlehre angewendet und darüber hinaus zu einer Seelenlehre von der Gesamtpersönlichkeit entwickelt, Dynamik und Ökonomie des ganzen Trieblebens wird untersucht und Entscheidendes zur Psychologie von Gewissen, Leiden, Strafbedürfnis, Flucht in die Krankheit, triebhafter Selbstzerstörung, neurotischem Ausleben usw. an den Tag gefördert. Mit der Entdeckung des Ichs fängt eine neue Periode der psychoanalytischen Wissenschaft an. Während die erste Periode im Zeichen der Deutungskunst stand, die die Außerungen der Triebe zu begreifen lehrte, gehört die Alexandersche Arbeit bereits zu den Bestrebungen, jene in ihre Bestandteile zerlegten Triebäußerungen in der Gesamtstruktur ihres Aufbaues zu betrachten. Die Darstellungsart in der Form von (neun) Vorträgen hat den Verfasser gezwungen, bei der Bewältigung des schwierigen Stoffes weitgehend Rücksicht auf Klarheit und Allgemeinverständlichkeit zu nehmen. Die theoretischen Darstellungen werden durch kleinere Krankengeschichten illustriert. Eine dieser geben wir hier wieder:
Ein vierzigjähriger Transvestit findet seine sexuelle Lustbefriedigung dann, wenn er als Dienerin verkleidet einer strengen Herrin dienen kann. Doch im Gegensatz zu dem Helden von Sacher-Masoch, vor dem er in seinen phantastischen Liebesromanen kaum zurücksteht, verlangt er nicht Schläge, sondern vornehmlich analerotische Erniedrigungen. Die Herrin muß ihm in erster Linie das Sich-Waschen verbieten, bis seine Hände vor Schmutz ganz schwarz werden. Die Vorstellung von vor Schmu