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Vortrag auf dem VII. Internationalen Psychoanalytischen Kongreß zu Berlin, September 1922, zuerst veröffentlicht in der „Imago“.
Wir haben unlängst von führenden Naturforschern vernommen, daß sich gegenwärtig in der Auffassung über die Grundlagen der exakten Wissenschaft eine kritische Wendung vollzieht1. Die Neuorientierung
nimmt von der Physik ihren Ausgang, deren Ergebnisse die Überzeugung von der strengen Gültigkeit des Kausalitätsprinzips, oder unter einem Ihnen vertrauteren Namen: des wissenschaftlichen Determinismus erschüttert haben und der Erkenntnis neue Wege eröffnen, die bereits über dieses Fundamentalgesetz hinwegführen. Ich darf wohl annehmen, daß eine solche Entwicklung der Dinge uns alle überrascht, vielleicht sogar mit merklichem Unbehagen erfüllt, die wir der physikalischen Forschung so ferne stehen. Wir wußten bisher, daß der Satz vom Determinismus einen der Grundpfeiler bildet, auf denen sich die gesamte Naturwissenschaft aufbaut; welche ungeahnten Erfolge seine konsequente Durchführung für die Psychologie Freuds ergeben hat, das muß in diesem Kreise nicht erörtert werden. Unser ganzes wissenschaftliches Denken ist fürwahr so innig mit der Idee des Determinismus verwachsen, daß wir uns ohne sie überhaupt keine Wissenschaft vorstellen können. Und doch liegt eine große A