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Diese zum 70. Geburtstag Sigm. Freuds im Mai 1926 geschriebene Arbeit erschien im Juni 1928 in der von Prof. Richard Thurnwald (Berlin) im Verlag C. L. Hirschfeld, Leipzig, herausgegebenen „Zeitschrift für Völkerpsychologie und Soziologie“, aus der wir sie mit Genehmigung des Verfassers, des Herausgebers und des Verlages hier abdrucken. Wir benützen die Gelegenheit, die psychoanalytisch interessierten Leser auf die genannte, im Jahre 1925 gegründete reichhaltige Zeitschrift besonders aufmerksam zu machen, zumal da unter ihren Beiträgen viele nicht nur wegen der behandelten Stoffe und Probleme, sondern auch durch die Berücksichtigung tiefenpsychologischer Gesichtspunkte und Methoden in die Interessensphäre der Psychoanalyse hineinragen. — Beim hier folgenden Abdruck des Eliasbergschen Aufsatzes mußten wir aus Rücksicht auf die Raumverhältnisse dieses Almanachs einige Kürzungen vornehmen, insbesondere die meisten Literaturnachweise weglassen.
„Flectere si nequeo superos Acheronta movebo“. Diesen Worten, die Freud seiner Traumdeutung voransetzt, hat er einen neuen, tiefen Sinn verliehen. Wir wollen in den nachfolgenden Zeilen versuchen, mit dem Senkblei tiefenpsychologischer Betrachtung Untiefen auszuloten. Nun aber nicht der Einzelpersönlichkeit, sondern im gesellschaftlichen Dasein.
Eine durch die Gewohnheit bereits unanschaulich, ja unschauerlich gewordene Redewendung spricht davon, daß es in den Grundfesten unserer arbeitsteiligen Gesellschaft wühlt. Der einzelne Arbeitende füge sich immer weniger der auf Arbeitsproduktivität gerichteten arbeitsteiligen Gesellschaft ein.
Zur Untersuchung der Konflikte des Arbeitslebens bietet sich eine der Grundkonzeptionen Freudischer Psychologie, die nämlich, daß in jedem Individuum die Forderungen der Gesellschaft und die der Individualität mit innerer Notwendigkeit in Konflikt geraten müssen.