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Was die Bedeutung der großen Dichter und großen Künstler begründet, ist die Eignung der Hauptwerke ihrer schöpferisehen Phantasie für uns Leser oder Zuschauer, ob ihres Wirklichkeitswertes das Leben, die Gesellschaft, die ganze Welt zu vertreten und uns hinzureißen,
unsere Wißbegierde und unser Mitleiden bis zu eben dem Maße zu steigern, als der Wahrheitscharakter des Werkes reicht. So sind „La Confession de Minuit“, „Les deux Hommes“ und „Le Journal de Salavin“, dieser bewunderungswürdige Romanzyklus, für uns nicht nur eine einfache Konzeption des Geistes, sondern ein so menschlich gelebter Schrei, daß wir der Versuchung nicht widerstehen konnten, ihn für ernst zu nehmen und ihn ganz so zu analysieren, wie wir dies so oft mit den Neurotikern machen, die uns aufsuchen, um durch eine psychoanalytische Behandlung aus ihrer Hölle erlöst zu werden.
Salavin, der Held dieser Romane, erscheint uns nicht wie ein Gespenst ohne Fleisch und Blut; im Gegenteil, wir haben die Sensation eines lebenden Menschen, den wir vermeinen, mit Händen greifen zu können, und was mehr bedeutet, wir haben in ihm einen alten Bekannten getroffen. Diese stille Vertrautheit, die wir mit Salavin fühlen, kommt sie nicht daher, daß wir ihn irgendwo in uns selber finden, mehr oder weniger verborgen, gewiß, auch mehr oder weniger ausgeprägt? Auch diese unnatürliche Sehnsucht, dieser geradezu krankhafte Impuls, das geheiligte Ohr seines Chefs zu berühren, war er nicht eine Art Reproduktion der Erbsünde, eine groteske, karikaturenhafte Reproduktion wohl, aber wenn man es näher erwägt, Reproduktion dennoch? Daher verliert das intime Drama, das Salavin erlebt, den Charakter des obskuren Einzelfalles eines armen, kleinen, verwirrten Bureauangestellten; es wird zur Projektion der großen Tragödie, die die Entwicklung einer jeden menschlichen Seele darstellt, vornehmlich derer, die, in einem Käfig von Erinnerungen gefangen, von Traum und Heimweh nach einer unvergeßlichen Vergangenheit magnetisiert, den Faden