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Müsset im Naturbetrachten Immer eins wie alles achten. Nichts ist drinnen, nichts ist draußen, Denn was innen, das ist außen. So ergreifet ohne Säumnis Heilig öffentlich Geheimnis.
Wenn hier unternommen werden soll, einiges über das Naturgefühl und seinen Ausdruck zu sagen, so geschieht es in der Einsicht, daß dies nichts anderes als eine Ergänzung zu der Arbeit „Über Naturgefühl“ von Hanns Sachs sein kann, in welcher der wesentliche Inhalt des Naturgefühls und sein Wandel von der Antike zur Moderne erschöpfend behandelt wurde. Der Titel dieser Arbeit kündet bereits an, in welcher Richtung diese Ergänzung vorgenommen werden soll; wenn Goethe dabei in den Vordergrund gerückt wird, so rechtfertigt sich dies vielleicht aus dem Interesse für die Persönlichkeit des großen Dichters und aus der Hoffnung, daß, was dem Naturempfinder ϰατ' ἐξοχήν zukomme, in mancher Richtung auch für viele andere typisch sei.
Hanns Sachs hat klargelegt, daß das Naturgefühl der Stufe des Narzißmus entspricht und in seiner Personifikationstendenz einer Projektion des verdrängten Narzißmus auf die Außenwelt gleichkomme. Der Unterschied zwischen dem modernen und dem antiken Naturgefühl bestehe darin, daß der moderne Mensch seine affektive Stellungnahme zur unbelebten Natur ausspreche, die Antike verschweige sie, die Antike werte das Objekt, nicht das Gefühl, die Moderne werte das Gefühl, das Objekt sei ihr indifferent. Das