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Im Anschluß an seine bekannte (unter Mitarbeit von Dimitri Mereschkowski von Moeller van den Bruck herausgegebenen) 23-bändigen deutschen Dostojewski-Ausgabe veröffentlicht der Verlag R. Piper & Co. in München in einer Reihe von Bänden wertvolles Dostojewski-Material, Der neueste Band dieser Serie führt den Titel „Die Urgestalt der Brüder Karamasoff“ und wird von René Fülöp-Miller und Friedrich Eckstein herausgegeben Er enthält die handschriftlichen Entwürfe Dostojewskis zu den Karamasoff, Briefe des Dichters über dieses Werk und sonstige Quellen, Fragmente usw. Wie wertvoll und aufschlußreich derartiges Material gerade für den Psychoanalytiker ist, braucht nicht besonders hervorgehoben zu werden. Außer der ausführlichen Studie von Prof. Komarowitsch in Moskau über das Meisterwerk Dostojewskis und die neu aufgefundenen Materialien zu diesem ist dem Band eine Abhandlung von Freud vorangestellt, die wir mit freundlicher Genehmigung der Herausgeber und des Verlags R. Piper & Co. hier zum Abdruck bringen.
An der reichen Persönlichkeit Dostojewskis möchte man vier Fassaden unterscheiden: Den Dichter, den Neurotiker, den Ethiker und den Sünder. Wie soll man sich in der verwirrenden Komplikation zurechtfinden?
Am Dichter ist am wenigsten Zweifel, er hat seinen Platz nicht weit hinter Shakespeare. Die Brüder Karamasoff sind der großartigste Roman, der je geschrieben wurde, die Episode des Großinquisitors eine der Höchstleistungen der Weltliteratur, kaum zu überschätzen. Leider muß die Analyse vor dem Problem des Dichters die Waffen strecken.
Am ehesten angreifbar ist der Ethiker in Dostojewski. Wenn man ihn als sittlichen Menschen hochstellen will, mit der Begründung, daß nur der die höchste Stufe der Sittlichkeit erreicht, der durch die tiefste Sündhaftigkeit gegangen ist, so setzt man sich über ein Bedenken hinweg. Sittlich ist