You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Aus dem Jahrgang 1929 (Band XV) der „Imago, Zeitschrift zur Anwendung der Psychoanalyse auf die Natur- und Geisteswissenschaften“ (Jährlich 4 Hefte in Lexikonquart, ca. 560 Seiten; Jahresabonnement RM 22.—.)
Es soll hier kein Referat gegeben werden. Es sei nur festgehalten, was sich nach der wiederholten Lektüre der kleinen Studie an Eindrücken verdichtet hat und was ein aufmerksamer Leser zu ihrer Würdigung und Kritik beitragen kann.
Der Aufsatz „Dostojewski und die Vatertötung“ ist dem Bande der großen Dostojewski-Ausgabe vorangestellt, der in musterhafter Art die Quellen, Entwürfe und Fragmente zu den Brüdern Karamasoff aneinanderreiht und literarkritisch beleuchtet.1 Dies war gewiß die richtige Stelle für diese Studie, die so überraschende und bedeutsame Aufklärungen über das Leben und Schaffen des Dichters zu geben hat.
In ihren Vorbemerkungen danken die Herausgeber Freud für die „eigens verfaßte, tief eindringende Zergliederung im allgemeinen und der Brüder Karamasoff im besonderen“. Handelt es sich demnach um eine Gelegenheitsarbeit? Ja und nein. Gewiß bot der Anlaß Gelegenheit, lange vorher Gedachtes in eine gemäße Form zu bringen. Ebenso gewiß gab nicht erst diese Gelegenheit Anlaß zu diesen Gedankengängen. Wir begrüßen den Anlaß, der zu solcher schriftlichen Fixierung nötigte, und hätten es doch lieber gesehen, daß sie sich unbeeinflußt von solchen Gelegenheiten