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Im Doppelheft Februar-März 1929 der „Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik“ (das als Sonderheft auch einzeln erhältlich ist) veröffentlicht Dr. S. Ferenczi (Budapest) die „Aufzeichnungen einer neunzehnjährigen Selbstmörderin über ihre ersten zehn Lebensjahre“. Es handelte sich um eine besonders schöne, intellektuell hochentwickelte Bureauangestellte, die — offenbar aus neurotischen Gründen — von Selbstmordabsichten erfüllt war und von Ferenczi einer psychoanalytischen Behandlung unterzogen werden sollte. Bevor jedoch die Analyse überhaupt beginnen konnte, beging der Schwager der Unglücklichen, der in ihrem Unbewußten offenbar eine Rolle spielte, Selbstmord und einige Tage später erschoß sich auch die Patientin mit demselben Revolver, der das Leben des angeblich nur gehaßten Schwagers ausgelöscht hatte. Vorher hatte sie Dr. Ferenczi ihre Aufzeichnungen über ihre ersten zehn Lebensjahre zur Verfügung gestellt. Sie sind nicht nur psychologisch von Interesse, sondern gewähren auch in sozialer Hinsicht Einblick in die Verhältnisse einer düsteren Proletarierkindheit. Aus den erschütternden Aufzeichnungen (die Dr. Michael Josef Eisler aus dem Ungarischen übersetzt hat und die Dr. Ferenczi mit einem „Vorbericht“ und mit „Schlußbemerkungen“ versehen hat) geben wir hier einige Bruchstücke wieder:
Zuweilen, wenn er schulfrei war, spielte mein achtjähriger Bruder mit mir. Das war ein mit allen Salben geschmierter Junge. Er konnte sich jedem anpassen und es gab keine Situation,