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Wir entnehmen diesen Aufsatz des bekannten Frankfurter Psychoanalytikers (mit Genehmigung des Verfassers, des Herausgebers und des Verlages) dem April- und Maiheft 1929 der „Zeitschrift für Sexualwissenschaft und Sexualpolitik“ (herausgegeben von Max Marcuse, Berlin, in A. Marcus & E. Weber's Verlag, Berlin und Köln). Wir benützen die Gelegenheit auf diese (von Prof. Eulenburg und Iwan Bloch gegründete), jetzt im 16. Jahrgang stehende, von Marcuse vortrefflich geleitete Zeitschrift besonders hinzuweisen. Sowohl mit ihren Originalbeiträgen als mit ihren kasuistischen Mitteilungen, Referaten, Diskussionen usw. beansprucht sie das volle Interesse des Psychoanalytikers. Die Sexualwissenschaft kommt in ihr in allen Verzweigungen zur Biologie und Medizin, Psychologie und Psychopathologie, Kulturwissenschaft und Soziologie zu Worte. Übrigens erscheinen in ihr neben Aufsätzen, die auf die Psychoanalyse Bezug nehmen oder von ihr beeinflußt sind, nicht selten auch Abhandlungen, die — wie die vorliegende von Landauer — in engerem Sinne der psychoanalytischen Forschung zuzuschreiben sind.
Der Psychiater neigt sehr dazu, die Eigenart seiner Patienten auf angeborene, wenn nicht gar auf ererbte Grundlagen zurückzuführen, trotzdem wir noch sehr wenig darüber Bescheid wissen, was eigentlich vererbt oder auch nur angeboren sein kann. Gewöhnlich werden dabei viel zu komplexe Eigentümlichkeiten als vererbbar angenommen, meist schon deshalb, weil wir über die Radikale noch vollkommen im unklaren sind. So ist es auch sehr beliebt, die Dummheit als angeboren anzusehen.
Aber was ist denn eigentlich die Dummheit? Als ich neulich mit einem bekannten Neurologen auf dieses Thema zu sprechen kommen wollte, meinte er wegwerfend, daß man das doch wisse; ebenso habe man es einfach im Gefühl, ob dieser Patient von angeborenem Stumpfsinn sei oder ob man bei ihm etwas therapeutisch