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Aus einer längeren Studie über „Dialektischer Materialismus und Psychoanalyse“, die Wilhelm Reich in russischer Sprache in der Moskauer Zeitschrift „Pod Snaminjen Marxisma“ H. 7/8, 1929 veröffentlicht hat, bringen wir — in deutscher Sprache — das eine Kapitel. (An dieser Stelle verweisen wir auch auf den Bericht, den Reich in der Zeitschrift „Die psychoanalytische Bewegung“ [Dezemberheft 1929] — auf Grund seiner Beobachtungen anläßlich seiner Studienreise in Sowjetrußland im August-September 1929 — über die Stellung des Bolschewismus zur Psychoanalyse veröffentlicht.)
Die materialistische Dialektik von Marx trat als Gegensatz zur idealistischen Dialektik Hegels, des eigentlichen Begründers der dialektischen Methode, auf. Während Hegel die Dialektik der Begriffe als das ursprünglich Bewegende der geschichtlichen Entwicklung ansah und die reale Welt bloß als Spiegelbild der sich dialektisch fortentwickelnden Ideen oder Begriffe auffaßte, kehrte Marx die Betrachtung der Welt materialistisch um, das heißt, er stellte das Gebäude Hegels nach seinem eigenen Ausdruck „auf die Beine“, indem er das materielle Geschehen als das Ursprüngliche und die Ideen als das von jenem Abhängige erkannte. Während er aber die dialektische Betrachtung des Geschehens von Hegel übernahm, räumte er gleichzeitig mit dem metaphysischen Idealismus Hegels und mit dem mechanischen Materialismus der Materialisten des 18. Jahrhunderts auf. Die Hauptsätze des dialektischen Materialismus sind:
Die Dialektik ist nicht nur eine Form des Denkens, sondern sie ist unabhängig vom Denken in der Materie gegeben, das heißt, die Bewegung der Materie erfolgt objektiv dialektisch. Der materialistische Dialektiker legt also nicht etwa in die Materie hinein, was nur in seinem Denken ist, sondern er erfaßt mittels der Sinnesorgane und seines Denkens,
das selbst den Gesetzen der Dialektik unterliegt, unmittelbar das materielle Geschehen der objektiven Wirklichkeit. Es ist klar, daß diese Einstellung der empiriokritisc