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„Aufrichtigkeit ist die Quelle aller Genialität“.
Boerne.
Die strenge Tür eines Wiener Miethauses verschließt seit einem halben Jahrhundert Sigmund Freuds Privatleben: beinahe wäre man versucht zu sagen, er habe überhaupt keines gehabt, so bescheiden hintergründig verläuft seine Existenz. Eine beinahe vollkommene Unsichtbarkeit der öffentlichen Erscheinung, ein beinahe philiströs regelmäßiger Daseinsgang ohne scharfe Veränderungen und ohne Verwandlungen (die steilen Kurven liegen innen auf der geistigen Fläche), niemals eine Lebensäußerung, die Anlaß zum Aufhorchen oder zu einer Anekdote gibt. Siebzig Jahre in der gleichen Stadt, mehr als vierzig Jahre im gleichen Hause, Dort wieder die Ordination im selben Raume, die Lektüre auf demselben Sessel, die literarische Arbeit vor demselben Schreibtisch. Pater familias von sechs Kindern, persönlich völlig bedürfnislos, ohne andere Passionen als die des Berufs und der Berufung. Kein Gran