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Unter dem Titel „Zehn Jahre Berliner Psychoanalytisches Institut (Poliklinik und Lehranstalt), herausgegeben von der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft, mit einem Vorwort von Sigm. Freud“ erschien soeben ein ausführlicher Bericht im Internationalen Psychoanalytischen Verlag (Geh. M. 4.40, Ganzleinen M. 6.60). Er enthält statistische Mitteilungen über die Tätigkeit 1920—1930 (über Geschlecht, Lebensalter, Beruf der Patienten, über Diagnosen, Behandlungsdauer, Erfolg usw.), Berichte über die psychoanalytische Ausbildung (mit Studienplan und Vorlesungsverzeichnissen), über die sonstigen Einrichtungen, über das ausländische Interesse am Institut usw. Mitarbeiter dieses Buches sind: Simmel, Fenichel, Müller-Braunschweig, Lampl, Horney, Sachs, Alexander, Radó, Bernfeld, Boehm, Hárnik, Zilboorg, Raknes, Eitingon. Dem Buch sind Abbildungen aus dem Institut beigegeben. Wir geben hier den Beitrag Dr. Simmels wieder.
Im September 1918 hat Professor Freud auf dem V. Internationalen Psychoanalytischen Kongreß in Budapest als erster auf das neurotische Elend der breiten Bevölkerungsschichten hingewiesen, denen die Hilfe, die gegen solches Leid die Psychoanalyse bieten könnte, aus wirtschaftlichen Gründen versagt ist. „Irgend einmal“, sagte er, „wird das Gewissen der Gesellschaft erwachen und sie mahnen, daß der Arme ein ebensolches Anrecht auf seelische Hilfeleistung hat wie bereits jetzt auf lebensrettende chirurgische. Und daß die Neurosen die Volksgesundheit nicht minder bedrohen als die Tuberkulose und ebensowenig wie diese der ohnmächtigen Fürsorge des einzelnen aus dem Volke überlassen werden können. Dann werden also Anstalten oder Ordinationsinstitute errichtet werden, an denen psychoanalytisch ausgebildete Ärzte angestellt sind, um die Männer, die sich sonst dem Trunk ergeben würden, die Frauen, die unter der Last der Entsagungen zusammenzubrechen drohen, die Kinder, denen nur die Wahl zwischen Verwilderung und Neurose bevorsteht, durch Analyse widerstands- und leis