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Aus dem Buche „Die Liebe vor der Ehe und ihre Fehlentwicklungen — Tiefenpsychologische Untersuchungen im Reiche des Eros“ von Dr. Oskar Pfister, Pfarrer in Zürich, geben wir hier — mit der Genehmigung des Verfassers und des Verlages Hans Huber in Bern — einen Abschnitt wieder. Das Buch — es ist „gewidmet denen, die nicht lieben können und ihren Freunden“ — beschäftigt sich auf psychoanalytischer Grundlage mit den „Vorstudien der Liebe“, mit den einzelnen „Liebestatsachen“, den Objekten der Liebe und den Funktionen des Liebens, mit den Liebesentwicklungen und klingt in einem Hohelied der Liebe aus. Der hier folgende Abschnitt ist dem Kapitel entnommen, das sich mit den verschiedenen Arten abnormer Stereotypie in der Liebesobjektwahl beschäftigt.
In den Augen der großen Masse ist der Don Juan ein Mensch von außerordentlicher sinnlicher Kräftigkeit, die als angeboren betrachtet wird. Als Sexualheld verwirklicht er ein zwar unkultiviertes, aber gesundes Naturburschentum, Man stellt ihn und den gierigen Neger auf eine Linie.
Diese Auffassung trifft jedoch entweder gar nicht oder doch nur auf einen kleinen Teil der Mädchenjäger zu. So oft ich Gelegenheit hatte, Don Juans zu durchforschen, fand ich schädliche Kindheitseinflüsse, Verführungen durch Kindermädchen, Geschwister, Gespielen, sogar Elternfehler (Aufenthalt in ihrem