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Aus dem Buche „Mein Dank an Freud. Offener Brief an Professor Sigmund Freud zu seinem 75. Geburtstag“. Das 109 Seiten starke Werk erschien 1931 im Internationalen Psychoanalytischen Verlag und kostet in Leinen gebunden Mark 6.—, geheftet Mark 8.20.
Über dem schönsten Beruf steht Ihr Arztwort:
„Der Kranke hat immer Recht! — Die Krankheit selbst darf ihm nichts Verächtliches sein, vielmehr ein würdiger Gegner werden, ein Stück seines Wesens, das sich auf gute Motive stützt, aus dem es Wertvolles für sein späteres Leben zu holen gilt.“
Dies Wort nimmt vom Kranken die Isolierung, worin er wie inmitten einer Leere dasteht, es nimmt das Mißverständnis einer Schande von ihm und öffnet den Kontakt von Mensch zu Mensch. Es begründet den Kontakt auf der Gleichheit menschlicher Beschaffenheit und verneint ihn deshalb gleichzeitig in jedem Sinn individueller Bindung.
Vom Analysanden her erscheint diese allerdings individuell begründet: ruht doch die ganze Analyse auf der „Übertragung“. Um deren Sondercharakter sicherzustellen, haben Sie, von Beginn an beinahe, darauf aufmerksam gemacht, daß der Analysand seine Affekte, sowohl die pro wie die kontra den Analytiker, auf ihn nur „überträgt“ aus der eigenen ältesten Affektvergangenheit, ihn mit diesen Stücken nur behängt wie einen ihm bereitwillig hingehaltenen Kleiderständer, und daß er dies Verfahren bis zuletzt auf zweierlei Weise übe: teils an der Hand seiner, analytisch aus Verdrängungen heraufgehobenen Erinnerungen, teils, wo diese stocken, in unwissentlichen