You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Aus dem im Verlage Hans Huber in Bern erschienenen Werke „Allgemeine Neurosenlehre auf psychoanalytischer Grundlage“, das Sigmund Freud in seiner Vorrede zu diesem Buche „die vollständigste und gewissenhafteste Darstellung einer psychoanalytischen Theorie der neurotischen Vorgänge, die wir derzeit besitzen“ nennt. Das 340 Seiten starke Buch, 1932 erschienen, kostet in Leinen gebunden Mark 12.50.
Magie wird nicht nur von Geisteskranken ausgeübt. Im Grunde genommen treiben wir alle noch Magie. Der Übergang von einer magischen zu einer realitätsangepaßten Handlung ist ja ein fließender. Die Sprache zum Beispiel enthält noch viel von magischen Elementen. Wie oft kommt es vor, daß wir den Worten eines guten Redners nicht widerstehen können, obwohl sich unsere ganze Logik gegen seine Ausführungen sträubt! Wir sind einfach durch seine Worte „bezaubert“. Jedes andächtige Gebet, jeder gute Volksredner üben „magische“ Wirkungen. „Die Welt ist durchs Wort, den Logos erschaffen.“ In Träumen, bei Kindern, auch bei Wilden ist das Wort etwas Materielles, das wie ein Ding behandelt wird, und besitzt magische Eigenschaften. Der Schizophrene treibt mit der Sprache im positiven und im negativen Sinne Magie. Sein Schweigen hat oft zu bedeuten, daß er die Welt mit seinen Worten nicht zugrunde richten will. Mit dem Reden will er ihr einmal schaden, ein andermal wieder zur Erlösung verhelfen. Ich erinnere an den Fluch und den Segen des Normalen. Bei Geisteskranken und bei Kindern spielt die „Zaubermacht“ des Wortes eine wichtigere Rolle als beim erwachsenen Normalen.
Die Sprache ist Ausdrucksmittel, ihr Zweck ist Verständigung, ihr Ziel der andere Mensch. Sie ist eine Funktion