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Dieser Aufsatz wurde auf Aufforderung von Prof. Carl Murchison für das von ihm herausgegebene „Handbook of Child Psychology“ (Worcester, Mass., Clark University Press, ) geschrieben. Auf dieses Handbuch beziehen sich auch die Bemerkungen Seite 187 f. der Arbeit. Erschienen im Jahrgang VI der „Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik“.
Die Psychoanalyse hat ihre Laufbahn nicht als Kinderpsychologie begonnen. Sie verdankt ihre Beziehung zum Verständnis der Kindheit einer Eigentümlichkeit der Neurosen, auf deren Erforschung ihre Methode im Anfang ausschließlich gerichtet war. Jede Hysterie oder Zwangsneurose reicht mit ihrem Ursprung bis in die frühesten Kinderzeiten zurück. Das Ziel der Psychoanalyse war nur, die Geschichte der einzelnen neurotischen Erkrankung möglichst vollständig zusammenzustellen. Aber während sie diesen Ursprung in immer tiefere Schichten verfolgte, mußte sie sich immer intensiver mit den ersten Erlebnissen des Patienten beschäftigen. So kam sie, ohne daß es ihre ursprüngliche Absicht gewesen wäre, zu einer fast lückenlosen Rekonstruktion der Kindheit der von der Neurose befallenen Menschen.
Die weitere Entwicklung der psychoanalytischen Arbeit machte es möglich, auf dem Umweg über die Deutung der Träume und Fehlleistungen von Gesunden die Ergebnisse, die an den neurotisch Erkrankten gewonnen worden waren, auch auf das Seelenleben der gesunden Menschen auszudehnen. In derselben Weise verwandelten sich die ersten Aufstellungen und Vermutungen über die infantile Neurose und die merkwürdigen Vorgänge in der Kindheit der Neurotiker in eine für normale und ab- normale