You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Das folgende Kapitel haben E. und J. Homburger für den Almanach aus dem Werke „On the Night mare“ (Verlag der Hogarth Press, London, ) übersetzt. „Das Buch zeigt gewissermaßen an einem Musterfall, wie die unbewußten Seelenvorgänge, auf die die Menschen mit Angst, respektive mit dem Angsttraum reagieren, sich in Massenphantasien und sozialen Institutionen teils Durchsetzung, teils Abwehr erzwungen haben“. (Hanns Sachs.)
Was an mythologischem Material in den bisherigen Kapiteln vorgebracht wurde, hat die Parallelität der Anschauungen über das Pferd und den Nachtteufel gezeigt; dank der Psychoanalyse sind wir zu dem gemeinsamen Ursprung beider in der kindlichen Sexualität vorgedrungen, welche die früheste Quelle der Alptraumerlebnisse ist. In diesem Kapitel nun will ich einen Auszug aus dem umfangreichen etymologischen Material zu den beiden Wörtern „mare“1) und „mara“ bringen, deren psychologischer Zusammenhang schon als erstaunlich eng dargetan wurde, und will ferner zu zeigen versuchen, daß die Psychoanalyse den Etymologen gerade zur Lösung ihrer eigensten Probleme wertvolle Beiträge liefern kann.
Um diesen Satz zu illustrieren, wähle ich folgendes Problem. Das englische Wort mare (Stute) ist sicherlich das angelsächsische mere, die weibliche Form von mearh (Pferd). Im Althochdeutschen waren die entsprechenden Wörter meriha oder merha, ferner marah, marh oder marcha. Die ältesten sicheren Quellen dieses Wortes sind das germanische marhja (weibliche Form von marha) und das keltische marka. Das Wort war also mar mit einem aspirierten oder gutturalen Gaumenlaut als Endung,