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Das nachfolgende Kapitel ist dem Buche „Der unbekannte Mörder. Von der Tat zum Täter“ entnommen, das im Internationalen Psychoanalytischen Verlag Ende 1932 erschien. Rein stofflich schon bietet dieses Werk eine in kürzeste Form gepreßte Sammlung schwieriger Kriminalfälle, darüber hinaus aber gewährt es tiefste Einblicke in das Wesen der Kriminalität überhaupt, Einblicke, die auch für die Psychoanalyse neu sind und dem Leser alle Reize einer solchen Entdeckungsfahrt vermitteln. Der Preis des Buches beträgt M. 7.— für das in Leinen gebundene, M. 5.50 für das steif broschierte Exemplar.
Innerhalb der Indizien gibt es eine Gruppe, die auf den Beobachter einen bestimmten Eindruck macht: es scheinen Unbedachtheiten oder Unvorsichtigkeiten zu sein, die den Verbrecher verraten, während er seine Aufmerksamkeit darauf gerichtet hat, all seine Spuren zu verwischen. Solche Indizien, deren Existenz man mit der Annahme von „Dummheit“ des Verbrechers zu verknüpfen versucht, liefern ihn häufig der Strafe aus. Diese selbstverratenden Indizien können in der Art des Verbrechens, in den Werkzeugen, in Zeit und Ort der Tat, in allen Begleitumständen entdeckt werden. Am 4. Dezember 1924 meldeten die Zeitungen, daß eine Räuberbande die Villa des Direktors einer Kalksteingrube bei Stegen, Angerstein, überfallen habe. Sämtliche Anwesenden, acht Personen, wurden getötet, mit Ausnahme Angersteins selbst, der schwer verletzt wurde. Man vermutete, daß das Ziel des Überfalls ein Lohngeldraub war; die Villa selbst war von der Bande in Brand gesteckt worden. Dieser Bericht konnte sich vornehmlich auf die Aussagen des schwerverletzten Angerstein, der im Krankenhaus einvernommen wurde, stützen. Man konstatierte indessen, daß die Tat wesentlich früher begangen sein