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Edward Glover, M. D., Director of Scientific Research am Londoner Psychoanalytischen Institut, hat im Sommer 1932 in Genf an einer Sommerschult der Völkerbundsligen in einem Kurs Gesichtspunkte entwickelt, die der Psychoanalytiker zum Problem von Krieg und Frieden beizutragen hat. Die Vorträge sind nunmehr gesammelt unter dem Titel: War, Sadism and Pacifism im Verlag George Allen & Unwin, London erschienen. Wir bringen im folgenden mit Genehmigung des Verlages Auszüge aus dem ersten Kapitel; die Übersetzung besorgte Walter Schmideberg, London.
Wer einen Psychotherapeuten auf dem Gebiete der Friedensorganisation antrifft, mag ihn mit Fug und Recht fragen, warum er denn die Grenzen seines eigenen Wissensgebietes überschritten habe und ob er seine Ansprüche auf ernstliches Gehör auch gebührend rechtfertigen könne. Der Psychologe seinerseits ist bereit, sein Beglaubigungsschreiben vorzulegen. Er hat tatsächlich zwei gute Gründe bona fide vorzugehen. Erstens ist Friedenspropaganda ja ein Teil der angewandten Soziologie, und der Psychologe, wenn auch vertrauter mit der Bezeichnung „Massenpsychologie“, kann die Erscheinung des Krieges sowohl als auch die Reaktionserscheinung des Friedens füglich als zu seinem Wissensgebiete gehörig betrachten. Zweitens darf er begründete Neugierde auf dem Gebiete einer, man möchte fast sagen, ärztlichen Diagnose zeigen. In den Reden einiger hochstehender Persönlichkeiten des Völkerbundes wird dessen Tätigkeit mit einem Kreuzzug verglichen und ein ehemaliger Ministerpräsident Großbritanniens sagte, sein