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In einem hübschen Aufsatz über die durch dauernde Gefühle gefestigte Eheverbindung hat André Maurois abgeraten, bei der Wahl die Schönheit zu verachten und nur an den Charakter zu denken, „Häufig verkündet ein schönes Gesicht eine schöne Seele, ein dummes oder schlechtes Geschöpf kann niemals wahrhaft reizvoll sein. Suchen Sie daher die Schönheit oder die verborgene, versteckte Form der Schönheit, den Charme!“
Meine Vorsichtsmahnung vor gewissen schönen Männern knüpfe ich an diese gutgemeinten Worte an.
Ich meine nicht alle schönen Männer, sondern besonders die, welche wissend ihre Schönheit zur Schau tragen, wohlgepflegt und besonders gut gekleidet dahergehen. Sie brauchen viel Zeit zum Rasieren und Baden am Morgen, manchmal mehr als eine Frau. Egozentrisch, wie sie schon einmal sind — ich will nicht gleich sagen: egoistisch, aber doch von sich allzu sehr eingenommen —, nehmen sie das Badezimmer für Stunden in Beschlag, ehe sie den Familienmitgliedern weichen.
Dort ist ja auch ein großer Spiegel, in dem sie sich gerne bewundernd betrachten, ihre Muskeln, ihre Manneskraft immer wieder befriedigt feststellen. Aus ihrer überreichen Garderobe wählen sie dann mit Sorgfalt jedesmal das heute Zusagende.
Sie sind nicht ohne Hypochondrie: Wenn man sein Ich liebt, muß man auch um es besorgt sein, sich pflegen, sich jung und gefällig erhalten. Wenn sich etwa ein Lichten des Kopfhaares andeutet, leidet die Laune; aber der Kosmetiker wird schon das richtige Haarwasser empfehlen.