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Dieser bisher unbekannte Aufsatz stammt aus dem Nachlaß des im Jahre 1919 verstorbenen Autors.
In einem mit vielen Kunstwerken ausgestatteten Arbeitszimmer eines Freundes traf ich an einem Nachmittag mit dem Dichter und Schriftsteller Herrn B. zusammen. Dieses Zusammentreffen hatten wir am Abend vorher im Kaffeehaus verabredet, in der Absicht, eine begonnene Unterhaltung über die dramatische Kunst fortzusetzen.
Ich hatte die Debatte glücklich auf die psychoanalytische Basis gedrängt und Herr B. begann im Zimmer auf und ab zu gehen. Plötzlich blieb er vor einer lebensgroßen Ibsenbüste stehen. Sein Gesicht nahm den Ausdruck angestrengten Denkens an, seine Stirn legte sich in Falten. Ich konnte mir das Verhalten B.s nicht erklären und wartete auf eine Äußerung, die seine und meine Spannung lösen sollte. Nach einer Weile unruhigen Nachsinnens sagte Herr B., nach der Büste weisend:
„Wer ist dieser Herr? Er kommt mir so bekannt vor.“
Nun mußte ich herzlich lachen.
„Dieser Herr ist der Apotheker“, sagte ich.
Herrn B.s Gesicht wurde in diesem Augenblick vollkommen glatt, aber seine Augen schauten nicht sehr glücklich drein, als er gleichsam echote:
„Ibsen.“