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Aus „Rivista Italiana di Psicoanalisi“, Anno II., 1933. Aus dem Italienischen übertragen von Dr. Richard Sterba.
In vielen Einzelheiten hat die Analyse das Über-Ich, das einen so wichtigen Anteil unserer seelischen Persönlichkeit bildet, bereits deutlich erkannt und sie bemüht sich weiterhin, seine Genese, seine besondere Art als seelische Instanz, seine Wirkungsweise und seine topische Stellung klarzulegen. Vieles ist im Zuge dieser Forschungsbemühungen bereits klar geworden; aber einige Einzelheiten im Problemenkomplex des Über-Ichs sind noch im Dunkeln, andere verlangen nach Vertiefung der Einsicht, manche unserer Vorstellungen sind vielleicht auch einer Korrektur bedürftig.
Wenn wir von allen philosophischen Spekulationen über moralisches Empfinden und ethisches Gefühl, die bis in die klassische Antike und früher zurückreichen, absehen, müssen wir sagen, daß Freud als erster den Problemenkreis des Gewissens von rein wissenschaftlichen Erkenntnisprinzipien aus einer Untersuchung unterzogen hat. Freud unternahm diese Untersuchung nicht etwa nur, weil die Tatsache des moralischen Empfindens an sich einen sehr wichtigen und interessanten Gegenstand der psychologischen Forschung darstellt, sondern weil die vertiefte Erkenntnis der seelischen Konflikte ihn notwendigerweise auf die Psychologie des moralischen Gewissens stoßen ließ. Und je tiefer er allmählich in der Erkenntnis der neurotischen und psychotischen Bildungen vordrang, umso deutlicher stellte sich ihm das