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Aus „Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse“, Bd. XII, 1926.
Es ist von Freud schon vor langer Zeit — zum erstenmale in der „Traumdeutung“ — beschrieben worden, daß ein Mensch nicht nur auf eine Fehlhandlung oder einen anderen Selbstverrat einer zweiten Person so reagiert, als ob er sie verstanden hätte, sondern auch auf weniger deutliche Anzeichen hin die unbewußten Absichten einer zweiten Person beantwortet, ohne es selbst zu wissen; gelegentlich kommt es geradezu dazu, daß das Unbewußte einer Person sich mit dem einer anderen unterhält, ohne daß die Beteiligten etwas davon merken. Solche Vorgänge sind auf zwei verschiedene Weisen denkbar. Entweder es werden dabei kleinste Anzeichen wahrgenommen und vom gleichgerichteten eigenen Unbewußten intuitiv verstanden oder es handelt sich um eine unmittelbare Verständigung, um etwas Ähnliches wie das, was Löwenstein als „Affektinduktion“ bezeichnet hat1), nur daß hier nicht nur Affekte, sondern auch Vorstellungen übermittelt werden. Um eine solche „Induktion“, bei der nur der induzierte Inhalt der empfangenden Person bewußt wird, (ohne daß sie seine Herkunft kennte,) handelt es sich bei den von Freud unlängst als telepathisch beschriebenen Fällen2), bei der eine Person die unbewußten Wünsche einer anderen anwesenden Person wahrnimmt. Freud hat dort hinzugefügt, daß offenbar solche Vorstellungen zu telepathischer Übertragung besonders geeignet sind, die eben aus dem Unbewußten aufzutauchen im Begriffe stehen. Das ist