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Die nachfolgende Arbeit ist die Niederschrift eines Vortrags im Schweizerischen Rundfunk; sie ist in der „Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik“, Bd. VIII, 1934, erschienen.
Es gibt in der Witz-Produktion aller Völker bestimmte Figuren, die immer wiederkehren. Sie dienen den Humoristen stest von neuem als dankbare Objekte, denen mannigfache Eigenschaften und Lebensäußerungen angedichtet werden, die zum Lachen reizen.
Solche internationale Witz-Gestalten sind unter anderen der gehaßte Staatsmann, der Jude, die Schwiegermutter und — der Erzieher, ob es sich um den „zerstreuten Professor“, die „Gouvernante“ oder ums „arme Dorfschulmeisterlein“ handelt, wie es in einem bekannten Spottliedchen gezeichnet ist.
Geht man den Gründen nach, warum sich der Volkswitz aller Länder gegen die oben aufgezählten Personen richtet, so findet man, daß er der Abwehr dient. Lächerlichkeit tötet, sagt das Sprichwort. Und Lächerlichmachen entwertet.
Die Entwertungstendenz ist mehr als eine spielerische und zufällige Laune der seelischen Tätigkeit. Sie ist seelisches Bedürfnis Personen gegenüber, die irgendwie überwertig, gefährlich, unheimlich oder doch unbequem sind und deren man sich aus verschiedenartigen Gründen nicht anders erwehren kann. Witz und Lücherlichmachung sind imstande, verhaltener Animosität einen Abfluß zu schaffen, aufgestauten Groll zu entladen, heimlichen Haß zu entspannen und verborgener oder offener Ablehnung einen anscheinend harmlosen, von