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Aus „Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik“, Bd. VIII, 1934.
Bei dem Falle, an dessen Schilderung ich meine Betrachtungen anknüpfen will, handelt es sich nicht um eine Kinderanalyse. Ja, auch der Ausdruck „Erziehungsbehandlung“ wäre kaum angebracht. Es ist vielmehr einer jener zahlreichen Fälle, die in der Beratung auftauchen, einen kurzen Einblick in die Grundlinien der Genese ihrer Störung gewähren und wieder verschwinden, ohne daß sich für ernstere analytische Arbeit ein greifbarer Ansatz geboten hätte. Diese „nomadisierenden“ Fälle haben aber einen Vorteil — sie zeigen manchmal die Grundlinien der vorliegenden Fehlentwicklung mit besonderer Deutlichkeit und eignen sich daher gut zur Demonstration. Darum wird dieser Fall hier erzählt. Aus diesem Grunde weicht übrigens auch die Darstellungsart, die hier angewendet wird, weit ab von der, die sich für Fälle von Kinderanalysen als gebräuchlich und zweckmäßig eingebürgert hat. Ich gebe den Fall in drei Schichten wieder, die natürlich nicht tiefenpsychologisch gemeint sind, sondern der zeitlichen Aufeinanderfolge unserer Einsichten entsprechen sollen.
Der zwölfjährige Max — der Name und leider auch manches Detail ist natürlich geändert — besucht die zweite Klasse eines Realgymnasiums. Er wird zur Beratungsstelle gebracht, nachdem er sich in der Schule so gut wie unmöglich gemacht hat. Die Mutter klagt besonders über die furchtbare „Schlimmheit“ des Buben, der in fast allen Gegenständen versagt, obwohl er zu Hause eigentlich lernt. Aber seine Unaufmerksamkeit in der Schule und sein störendes Verhalten in den Stunden sind für diese unerträglich.