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Anfang 1934 hat die „Revue française de Psychanalyse“ ein Heft dem Gegenstande „La pensée magique“ gewidmet; es enthält u. a. Arbeiten von Marie Bonaparte, R. Laforgue, G. Leuba, H. Codet. Wir bringen im Nachfolgenden Auszüge aus den Arbeiten von M. Bonaparte („La pensée magique chez le primitif“) und H. Codet („La pensée magique dans la vie quotidienne“) in deutscher Übersetzung von Georg Hoppe.
Nur mit einer gewissen Scheu eröffne ich unsere heutige Vortragsreihe über die Magie. Wir behandeln damit eines der ausgedehntesten Gebiete, die es gibt: die Magie ist nichts weniger als eine der ersten Weltanschauungen, die sich die Menschen geschaffen haben.
Vorerst möchte ich Ihnen einige konkrete Beispiele von Magie geben, die ich dem berühmten Werke Frazers „The golden Bough“ entnehme.
„Die gebräuchlichste Anwendung des Gedankens der Induktion durch Ähnliches findet sich zweifellos in den allenthalben und zu allen Zeiten gemachten Versuchen, einen Feind dadurch zu verletzen oder zu vernichten, daß man sein Bild verletzt oder vernichtet. Man tut dies in der Überzeugung, daß das dem Bilde zugefügte Leid über die Person selbst dieses Leid bringt und daß die Vernichtung des einen den Tod des andern herbeiführe. Einige, aus einer großen Anzahl ausgewählte Beispiele werden vielleicht zeigen, wie weit dieser Brauch auf der ganzen Welt verbreitet ist und mit welch merkwürdiger Beharrlichkeit er sich durch die Zeitalter fortsetzt. Vor Jahrtausenden war er den Zauberern Alt-Indiens, Babylons und Ägyptens ebenso bekannt, wie denen der klassischen Zeit Griechenlands und Roms und auch heute noch greifen bösartige australische und afrikanische Wilde und sogar sehottische Zauberer darauf zurück. Die Indianer Nordamerikas glauben, man brauche nur die Umrisse einer Person in Sand, Asche oder Ton zu zeichnen, oder sonst einen, den Leib des
Page 180Feindes darstellenden Gegenstand anzufertigen und das Bild dann mit einen spitzen Stock zu schlagen oder es auf eine beliebig andere Weise zu verletze