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Bei A. W. Sijthoff's Uitgeversmaatschappij N. V., Leiden, ist soeben ein Buch von Dr. Theodor Reik, „Der überraschte Psychologe“, erschienen. Mit Genehmigung des Verlages A. W. Sijthoff bringen wir im folgenden zwei Kapitel aus diesem Buche zum Abdruck, die „Über wechselseitige Erhellung“ und „Die psychologische Bedeutung der wiederholten Spiegelung“ betitelt sind.
Es wurde bereits gesagt, daß die an anderen durchgeführte Analyse nicht nur zu psychologischen Erkenntnissen über diesen anderen führt, sondern auf einem eigenartigen und indirekten Weg auch zum Erraten geheimer Vorgänge im Ich führen kann. Die am fremden Objekt gemachte Analyse stellt den Psychologen ständig vor die Forderung „Erkenne dich selbst“. Auch wurde bereits bemerkt, daß das Erfassen unbewußtseelischer Vorgänge im anderen nicht möglich wäre, hätten sie nicht an eigene psychische Prozesse gerührt, — wenn das fremde Erleben nur ein angeeignetes wäre, ohne Berührungspunkt mit dem eigenen.
Der Weg zum Erraten des unbewußten Anteils der seelischen Prozesse im anderen geht über die endopsychische Wahrnehmung von Realitäten im Ich. Diese Strecke des Weges ist selbst fast durchgängig unbewußt. Es geschieht nur ausnahmsweise, daß sich dieser Teil des Erkenntnisvorganges dem Bewußtsein präsentiert und in seiner heuristischen und psychologischen Bedeutung für die Analyse des betreffenden Objektes sowie für die Vertiefung der Icherkenntnis erfaßt wird. Diesen