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Aus „Psychoanalytische Bewegung“, Bd. V, 1933.
Wenn ich hier nochmals zu den Beziehungen zwischen Psychoanalyse und Weltanschauung Stellung nehme, so geschieht das wesentlich unter dem Eindruck der Freud schen „Neuen Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse“, deren letzter Abschnitt unserem Thema gewidmet ist. Dort findet die weltanschauliche Grundposition Freuds, dort finden manche Fragen und Antworten, die diesem Problemkreis zugehören, eine schärfere und endgültigere Formulierung als in früheren Werken.
Diese letzte Vorlesung nimmt in der „Neuen Folge“ eine Sonderstellung ein — und wird auch von Freud gegenüber ihren Vorgängerinnen ausdrücklich abgehoben. Zwar finden wir auch in diesem Abschnitt eine Reihe von im eigentlichen Sinne psychoanalytischen Fragen beantwortet oder aufgeworfen, in der Hauptsache wird hier aber die Psychoanalyse selbst zum Gegenstand; die Psychoanalyse als Ganzes, als Denkrichtung, als System, als geistiges Gebilde — und dieses kulturgeschichtliche Gebilde „Psychoanalyse“ wird zu anderen Kulturbildungen — zu Religionen, zur Gesellschaftslehre usw. — in Beziehung gesetzt. Freud sieht hier die Psychoanalyse als eine kulturgeschichtliche Tatsache neben anderen, grenzt sie ab, weist ihr ihre Stelle an, ja stellt sie in den Kampf der Meinungen mitten hinein.
Über diesen Gedankenkreis hinaus, der kein im engeren Sinne psychoanalytischer, aber jedenfalls ein empirisch-wissenschaftlicher ist, gibt uns jedoch diese Vorlesung eine Reihe von Stellungnahmen Freuds, die eben dem Gebiet angehören, das man gewöhnlich als Weltanschauung zusammenfaßt.