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Wir bringen im folgenden Auszüge aus einer Arbeit von Dr. K. A. Menninger (Leiter der Menninger-Klinik in Topeka-Kansas und Verfasser des Werkes „The Human Mind“), die „Purposive Accidents as an Expression of Selfdestructive Tendencies“ betitelt ist und binnen kurzem in englischer Sprache erscheinen wird. Deutsche Übertragung von August Beranek.
Ein weiteres Zeugnis für die Motive und Mittel der Selbstvernichtung bietet das Studium gewisser „Unfälle“, die sich in der Analyse als unbewußt beabsichtigt erweisen. Das Paradoxon eines absichtlichen Unfalles ist für den wissenschaftlich Denkenden schwerer annehmbar als für den Laien, der in der Alltagssprache häufig in ironischer Redewendung eine Handlung als „zufällig beabsichtigt“ bezeichnet.
Es ist auch jedenfalls auf ein intuitives Erfassen dieses Paradoxons zurückzuführen, daß abergläubische Befürchtungen angesichts gewisser „Unfälle“ — wie Umwerfen des Salzfasses, Zerbrechen eines Spiegels, Verlieren des Eheringes u. a. — entstanden sind. Im allgemeinen sind sie zur Phrase geworden und deshalb im einzelnen, wenn sie auch manchmal ernst genommen werden, zur Deutung nicht mehr geeignet. Vom Philosophen Zeno heißt es, er sei im Alter von 98 Jahren gestürzt und habe seinen Daumen gebrochen. Von dem geheimen Sinn dieses „Unfalles“ sei er so beeindruckt gewesen, daß er Selbstmord begangen habe (woraus wir auf die unbewußte Bedeutung des zufälligen Sturzes und Sichverletzens schließen dürfen).
Aus dieser, Kategorie müssen wir allerdings Fälle bewußter Täuschung, also angebliche Unfälle, ausscheiden. Von diesen abgesehen, gibt es aber das Phänomen