You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Wir bringen im folgenden mit Zustimmung des Verfassers und des Verlages das Einleitungskapitel der Studie „Elementi Psicanalitici nella Tragedia Greca“ des bekannten Vertreters der klassischen Philologie in Neapel (erschienen in „Dioniso“-Bolletlino dell'Istituto Nazionale del Dramma Antico [vol. III. , p. 321-335; vol. IV, , p. 120-141 e 211-229]) in deutscher Übersetzung (von Hedwig Hoffer-Schaxel). Über den weiteren Gedankengang der Arbeit unterrichtet eine in „Imago“, Bd. XXI, S. 255 ff. erschienene Besprechung.
Die gegenwärtige Blüte der psychoanalytischen Studien hat viele Forschungswege eröffnet und auf den verschiedensten Gebieten, von der Psychologie zur Ästhetik, von der Pädagogik zur Kultur- und Religionsgeschichte, Einsicht und Bewertung in die wichtigsten Tatsachen des Innenlebens gebracht; doch bis jetzt hat sie im Bereich der klassischen Philologie nur wenig geleistet. Man würde sogar richtiger sagen, daß sie nichts geleistet habe, denn das wenige, was bis jetzt von einigen Analytikern ausgeführt wurde, erweist sich doch nur als Anregung und interessanter Gesichtspunkt; es entbehrt so sehr der philologischen Methode und jenes Minimums an philologischer Vorarbeit, daß dem Leser jede Bürgschaft für einwandfreie wissenschaftliche Arbeit fehlt. Wer die Probe auf das Exempel macht, sieht sein Mißtrauen oft gerechtfertigt.
Günstiger liegen die Dinge im Bereich der Literatur und der modernen Kunst, wo eine solche Spezialvorbereitung, wie sie immer die Basis jeder ernsthaften