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Die nachfolgende Besprechung des Werkes: Marie Bonaparte, „Edgar Poe, Eine psychoanalytische Studie“, Internationaler Psychoanalytischer Verlag in Wien, 1934, erschien als Feuilleton der Kopenhagener Tageszeitung „Politiken“ vom 27. Januar 1935; aus dem Dänischen übersetzt von August Beranek.
Poe starb im Alter von vierzig Jahren. Der Trunksucht, dem Opiumgenuß ergeben, Zeit seines Lebens — — bis auf einige Jahre der Kindheit — bettelarm, endete er in einem Deliriumsanfall …
Die französische, in ihrer Heimat hochangesehene Psychoanalytikerin Marie Bonaparte hat ein mehrbändiges Werk über Poe und seine Werke veröffentlicht. Sie feiert damit einen großen wissenschaftlichen Triumph, vielleicht den größten, den die Psychoanalyse, wenn man von Meister Freud selbst absehen will, zu verzeichnen hat.
Manche Leser werden wohl beim Gedanken an eine psychoanalytische Studie, die einen Umfang von annähernd tausend Seiten, noch dazu in fremder Sprache hat, vor der Lektüre zurückschrecken. Ihnen sei sogleich gesagt, daß sich diese Studie über Poes Seelenleben, die an Hand eines Überblicks über seine Werke entwickelt wird, wie ein blendend geschriebener, streng komponierter und atemraubend spannender Roman liest. Und wenn man das Werk ein zweitesmal vornimmt, erfährt man einen doppelten Genuß.
Baudelaire verbrachte beinahe zwanzig Jahre damit, Poes Prosawerke zu übersetzen. Mallarmè wurde durch seine Übersetzungen der Gedichte berühmt — die aber letztlich doch unübersetzbar bleiben.