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Seit Eduard von Hartmann sein bekanntes Werk über die „Philosophie des Unbewußten“ veröffentlicht hat, ist es die landläufige Ansicht geworden, daß der Begriff des Unbewußten zuerst von Leibniz für das wissenschaftliche Denken entdeckt worden sei. Man kennt ja seine verschiedenen Äußerungen über die „petites perceptions“, jene kleinsten Bewußtseins-Differentiale, von welchen jedes für sich allein, eben der Kleinheit wegen, nicht bewußt werden könne, während sie durch das Zusammenwirken einer großen Menge oder aber durch eine graduelle Steigerung der Intensität jedes einzelnen zum klaren Bewußtsein vorzudringen vermögen. Die Perzeptionen unserer Sinne müssen nach Leibniz „notwendig eine Art verworrener Empfindung einschließen“, denn, da die Körper des ganzen Universums miteinander in Verbindung stehen, so empfängt der unsere Einwirkungen von allen anderen, und, „wenngleich unsere Sinne sich auf alles beziehen, so ist es doch nicht möglich, daß unsere Seele auf alles im besonderen achthaben kann …“ „Ähnlich kommt ja auch das verworrene dumpfe Rauschen, das man bei der Annäherung an den Meeresstrand vernimmt, von der Anhäufung der Geräusche, die durch das Zurückprallen unzähliger Wellen entstehen … Die unendliche Vielheit der Perzeptionen macht es uns unmöglich, sie voneinander zu unterscheiden, wie man auch bei dem gewaltigen verworrenen Geräusche einer großen Volksmenge die einzelnen Stimmen nicht voneinander zu unterscheiden vermag.“
„So nehmen wir stets ein verworrenes Gesamtergebnis aller Bewegungen wahr, die in uns vorgehen; aber wir apperzipieren sie nur dann distinkt und mit Bewußtsein, wenn, wie in den Anfängen von Krankheiten, eine bedeutungsvolle