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Aus dem Buche „Das Ich und die Abwehrmechanismen“, das im Mai 1936 im Internationalen Psychoanalytischen Verlag in Wien erschienen ist. Das Buch enthält die folgenden Abschnitte; A. Theorie der Abwehrmechanismen; B. Beispiele für die Vermeidung von Realunlust und Realgefahr (Vorstufen der Abwehr); C. Zwei Beispiele für Abwehrtypen; D. Abwehr aus Angst vor der Triebstärke (dargestellt am Beispiel der Pubertät). Das im folgenden abgedruckte Kapitel ist dem Abschnitt B entnommen.
Die Parallele zwischen den Methoden der Unlustvermeidung nach außen und innen, die mit der Gegenüberstellung von Verleugnung und Verdrängung, Phantasiebildung und Reaktionsbildung begonnen hat, läßt sich an einem anderen, simpleren Abwehrmechanismus noch weiter fortsetzen. Die Methode der Leugnung mit daraufgesetzter Phantasie vom Gegenteil wird in Situationen verwendet, in denen der peinliche Außenweltseindruck unentrinnbar ist. Eine so komplizierte psychische Leistung ist gar nicht notwendig, wo das Ich des etwas älteren Kindes durch seine größere körperliche Bewegungsfreiheit und seine größeren psychischen Aktionsmöglichkeiten dem Reiz entrinnen kann. Statt den peinlichen Eindruck wahrzunehmen und nachträglich durch Besetzungsentzug zu entwerten, steht es dem Ich ja frei, es gar nicht auf das Zusammentreffen mit der gefährlichen äußeren Situation ankommen zu lassen. Das Ich kann also flüchten und „vermeidet“ dadurch die Entstehung von Unlust im wahrsten Sinne des Wortes. Dieser Mechanismus der Vermeidung ist ein so primitiver und selbstverständlicher, ist auch so untrennbar mit der normalen Ich-Bildung verknüpft