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Gekürzte Wiedergabe des IV. Abschnittes der Arbeit „Zur Entwicklung und Problematik der Triebtheorie“, Imago, Zeitschrift für psychoanalytische Psychologie, ihre Grenzgebiete und Anwendungen, Bd. XXII, 1936.
Die Notwendigkeit, in einem vierten Schritt die Triebtheorie neu zu gestalten, ergab sich teils aus dem Studium der im weitesten Sinne sado-masochistischen Erscheinungen, sowie aus einer adäquateren Auffassung des Aufbaues des seelischen Apparates, die sich aus der Zuwendung zur Erforschung nicht allein wie bisher der verdrängten, sondern auch der verdrängenden Kräfte des Ichs ergab.
Ich verlasse im folgenden die rein historische Darstellung, die sich auf die Reihenfolge der Freudschen Publikationen zu stützen hätte, und stelle diesen vierten Schritt, der meiner Meinung nach in zwei Teile zu trennen ist, mehr nach systematischen Gesichtspunkten dar.
Die Notwendigkeit, ein unbewußtes Schuldgefühl anzunehmen, führte zu einer neuen Konzeption über den Aufbau der Person, zur Gegenüberstellung des Es und des aus ihm hervorgegangenen organisierten Anteils des Ichs. Das Es umfaßt die psychische Vitalschicht in der die Triebe ihren Ursprungsort haben und die in freier Verbindung mit dem Ich steht, ferner den verdrängten Anteil derselben, der durch Gegenbesetzungen in der freien Kommunikation mit dem Ich behindert ist, und schließlich den unbewußten Anteil des Ichs, das Über-Ich.