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Nachdruck eines Aufsatzes aus der National-Zeitung“ in Basel, Nr. 274, vom 17. Juni 1936.
Die Anregung, zu überprüfen, wie, gemessen an den Kundgebungen der außermedizinischen Welt, sich die Ärzte und Fachpsychologen anläßlich des 80. Geburtstags Sigmund Freuds geäußert haben, läßt sich jetzt erst verwerten; es erschienen im Laufe der letzten Wochen immer wieder Abhandlungen, die zu dem Menschen Freud und seinem Werk Stellung nahmen. Im Gegensatz zu den 300 internationalen Dichtern und Künstlern, die in ihrer gemeinsamen Glückwunschadresse dem „Initiator eines neueren und tieferen Wissens vom Menschen“ die Ehrfurcht aussprachen, ist uns nichts bekannt geworden, was auf eine ähnliche, einheitliche Aktion der internationalen Ärzte und Fachpsychologen schließen läßt. Allerdings haben Universitäten und wissenschaftliche Gesellschaften, in denen Freud Ehrenmitglied ist, dem Geburtstagskind Glückwunschadressen gesandt. Der Wiener Forscher ist unter anderem Doctor honoris causa der Clark University, Worcester, Ehrenmitglied der „Nederlandsche Vereenigung voor Psychiatrie en Neurologie“, des „Vereins für Psychiatrie und Neurologie in Wien“, der „Royal Society of Medicine“ und der Schweizer Gesellschaft für Neurologie und Psychiatrie.
Die Wiener Universität sandte ein Schreiben des Dekans der Medizinischen Fakultät, Prof. Kerl, das die Glückwünsche des Professorenkollegiums ausdrückte. Überhaupt scheint in Wien selbst die Kundgebung der Wissenschaftler zum 6. Mai am stärksten gewesen zu