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Dieser Aufsatz ist dem Buche „Man Against Himself“ entnommen, das bei Harcourt, Brace and Company, New York, im Januar 1938 herauskommen wird. Die Arbeit, die von E. Bibring ins Deutsche übertragen wurde, ist hier mit geringfügigen Kürzungen wiedergegeben.
Um eine richtige Auffassung über das Verhältnis der Psychiatrie zur praktischen Medizin zu gewinnen, muß man ihre historische Entwicklung betrachten. Für unsere Absicht ist es nicht nötig, weiter als bis zum Mittelalter zurückzugehen, weil die Psychiatrie in ihrer gegenwärtigen Form in dieser Zeit ihren Ursprung genommen hat. Die Medizin ihrerseits war schon eine alte Disziplin und ihre Entwicklung im Mittelalter ging im Zusammenhang und parallel mit der Kirche und dem Handwerk vor sich. Ich wähle aus den Gebieten menschlicher Tätigkeit diese drei, weil aus ihnen das hervorgegangen ist, was wir jetzt Psychiatrie heißen.
Die Medizin war zu dieser Zeit in großem Ausmaße eine chemische Disziplin, in Theorie und Praxis abhängig von der Ernährungstherapie. Das war ein Erbteil der Antike. Aber von den praktisch gesinnten Gilden und Handwerkssländcn wurden verschiedene physikalische und mechanische Erfindungen gemacht, die für die medizinische Praxis verwendbar waren und von der Mutter Medizin allmählich assimiliert wurden. Aus der Geburtshilfe (ein Handwerk) entwickelte sich die Gebärkunde; aus dem Zähneziehen die Zahnheilkunde; von den Barbieren stammt die Chirurgie. Was wir jetzt Neurologie heißen, war immer ein integrierender Bestandteil der Medizin, ein ausgearbeiteter, interessanter, aber unproduktiver Teil. Der Ehe zwischen der praktischen